Presse

Aug 23, 2012

Neumarkter Tagblatt berichtet: "Hund und Mensch als Team"

Am 19.08.2012 berichtet das Neumarkter Tagblatt über die Altmühlhopser.

Hund und Mensch als Team

VON DAGMAR FUHRMANN

DIE HUNDE Sie können hier ihre hundlichen Triebe ausleben, lernen sie auch zu beherrschen und werden ausgelastet.

DIE MENSCHEN Die Mitglieder des Vereins „Altmühlhopser“ beschäftigen sich mit den Hundesportarten Agility und Obedience.

BEILNGRIES. „Hunde, die Agility machen, kommen im sonstigen Leben nicht so oft auf dumme Gedanke. „Davon ist Diana Geier fest überzeugt. Und wenn es jemanden in der Gegend gibt, der sich wohl am meisten mit diesem Thema beschäftigt hat, dann ist sie das. Sie ist die Vorsitzende des Vereins „Altmühlhopser“, einem Verein, der den Hunde-Menschen-Sport Agility und Obedience, eine fortgeschrittene Art der Unterordnung zumVereinszweck hat. Durch Agility lerne der Hund seine Triebe, wie z.B. den Jagtrieb zu kontrollieren. Das wiederum trage dazu bei, dass Hunde ihren Menschen gehorchen - im besten Fall auch dann, wenn Hund eigentlich gerade lieber seinen Beutetrieb ausleben würde, sprich einem Hasen nachhetzen möchte, verdeutlicht Diana Geier. Das allerdings benötigt einen konsequenten und langatmigen Aufbau des Sportes. Leinen los am Hundeplatz Trotzdem können man manche Exemplare dennoch nie von der Leine lassen, sagt sie, denn der Jagdtrieb sei bei ihnen stärker als alle Kontrolle. Aber auch hier gibt Agility s den Hunden die Möglichkeit, sich wenigstens auf dem Hundeplatz ohne Leine zu bewegen und sich auszupowern. „Wer je das Leuchten in den Augen eines Jagdhundes gesehen hat, wenn er vom Jagen kommt, die Augen eines Hütehundes, wenn er an Schafen arbeitet, der weiß, was das für ihn bedeutet. Hundesport könnte ein Ersatz hierfür sein. Es sei für Arbeitshunderassen ein trauriges Leben, wenn sie nur Gassi gehen und ihre geistige Auslastung in Vergessenheit gerät. Bei Agility und Obedience sind die Hunde voll bei der Sache und auf ihren menschlichen Partner fixiert, während sie schwanzwedelnd und bellend durch den Parcours rennen oder schwere Dressuraufgaben lösen. Und wer Hunde gut kennt, sieht in der Tat das Leuchten in den Hundeaugen. Und auch in denen des kleinen Mädchens, die an diesem Vormittag mit ihrem kleinen Papillon, so heißt die Hunderasse, namens Idefix trainiert. Die neunjährige Janine ist Dianas Geiers Tochter und hat offenbar das Händchen für Hunde geerbt, denn sie hat es bereits in die Nationalmannschaft geschafft und wurde heuer Bayerische Meisterin. Ein stolzes Hundchen „Patsch!“. Idefix bremst und bleibt wie angenagelt sitzen. Vermenschlicht gesprochen, würde man sagen, dieser Hund ist stolz drauf, dass er seinen Trieb kontrollieren kann. Denn nichts wäre in diesem Moment hundlicher als weiter zu rennen. Und fast scheint es, als das Hundchen ein wenig herüberschielt, ob die Reporterin auch gesehen hat, wie toll er seinen Job macht. Das Kommando Patsch, hat sich Janine als Stopp für sogenannten Kontaktzone der Agilitygeräte ausgesucht Es fordert dem kleinen Hund unglaubliche Beherrschung ab, nicht weiter zu rennen, sondern auf seine junge Besitzerin zu hören. Dass er es zuverlässig tut, zeigt wie gut die Bindung des Hundes zum Mädchen ist und wie viel sie miteinander trainiert haben. Dass Idefix in der Kontaktzone anhalten muss, sei nicht etwa willkürlich ausgedacht, sondern habe seinen Grund. „Würde er einfach weiter rennen, könnte man ihn unter Umständen nicht lenken, so dass er einen Weg nimmt, der nicht der Richtige ist“, erklärt Diana Geier. Auf einem Turnier führe das zur Disqualifikation. Auch solle der Hund oft in gelenkschonenden Bögen geführt werden, so dass er nicht bremsen müsse. Dennoch gehe esum Geschwindigkeit und Fehler. Bis zu 6,50 Meter in der Sekunde auf ca 130 Meter Parcours könnten Hunde zurücklegen. Je länger man sich mit Diana Geier über Agility unterhält, desto klarer wird es, dass dieser Sport viel mehr ist, als dass Hunden über ein paar Hürden hopsen. Und dass man viele Fehler machen könne. Sie habe sich ihr Wissen in vielen Schulungen angeeignet und sehe oft mit Sorge, was in anderen Clubs geschehe. So sei es üblich, dass Hürden im Verhältnis der Größe zum Hund oft zu niedrig gestellt werden, weil man das für hundeschonend halte. In Wirklichkeit sei aber der Aufprallwinkel viel ungünstiger als bei einer hohen Hürde, so dass der Sprung in Wirklichkeit viel belastender ist als ein hoher. Geiers eigene Erfahrung mit der Hundeausbildung ist inzwischen 16 Jahre alt und damit genauso alt wie ihre erste Hündin, die die 31-Jährige nun ihr halbes Leben lang begleitet. Agility macht sie seit sechs Jahren und ist zur großen Leidenschaft der ganzen Familie geworden. Ihr Wissen gibt sie nun an die Mitglieder des Vereins weiter, die allesamt das Ziel haben, an Turnieren teilzunehmen. Die Teams auf dem Platz an der Kanalbrücke haben einen unterschiedlichen Ausbildungsstand. Die einen arbeiten schon an den Feinheiten, die anderen noch an den Grundlagen.

 

Kein Platz für Turnier

MANKO Für große Veranstaltungen hat der Verein kein heimisches Gelände.

BEILNGRIES. Die Altmühlhopser richten an den nächsten Wochenenden zwei große Turniere aus. Zum einen das H.A.S.E. Die Abkürzung steht für Happy Agiltiy Summer Event. Es steht am kommenden Wochenende auf dem Terminplan. Eine Woche später erfolgt die Deutsche Vereinsmeisterschaft, die die Vorsitzende der Altmühlhopser Diana Geier als Großveranstaltung bezeichnet. Es würden fast 300 Teams an der Veranstaltung teilnehmen. Sie findet in Nassenfels statt, weil ihr in derUmgebung kein passender Platz zur Verfügung gestellt worden sei. Sie habe sich bei der Stadtverwaltung nachgefragt. Hier und auch bei anderen Gemeinden in der näheren Umgebung sei ihr aber gesagt worden, dass es keinen Platz gebe. Sie könnte aber einige Stellen nennen, die ihrer Meinung nach sehr wohl geeignet seien. Optimal seien Fußballplätze, die mit Strom und Wasser versehen sind. Diese Turniere würden eine sehr große Aufmerksamkeit bekommen, was sich auch in den Übernachtungen niederschlage. Daher bedauere sie es, dass sie nicht in Beilngries stattfinden. Sie vermute, dass Angst vor Hundekot der wahre Ablehnungsgrund sei. Turnierteilnehmer würden den Kot ihrer Hunde sehr zuverlässig entsorgen, weil sie sonst ausgeschlossen werden. Bürgermeisterin Brigitte Frauenknecht sagt hierzu, dass Geiers Anliegen, einen Platz zu bekommen, sehr genau geprüft worden sei. In der Tat gebe es kein Gelände, das die Anforderungen erfülle. Nur ein Schulsportgelände sei infrage gekommen. Hier hätten Bedenken wegen des Hundekots tatsächlich eine Rolle gespielt, sagt Frauenknecht.

Erstellt von: Thomas Feyrer